Success Story of „Jochen“

Mir brennen die Oberschenkel, der Schweiß tropft, mein Herz pumpt und außerdem ist mir irgendwie bisschen schlecht. Dabei habe mich ich gerade mal eine überschaubare Strecke im langen Ausfallschritt oder anderweitig krabbelnd durch die Box – so heißt die Trainingshalle im CrossFit-Sprech – bewegt. Okay, erstens werde ich dieses Jahr sechzig und zweitens habe ich auch nicht vor, mich den Spezialkräften Heer oder Marine anzudienen. Die machen sowas. „Willst du mich umbringen ?! Ich bin keine zwanzig mehr, ja?“ war auch meine erste Reaktion, als mich eine Freundin zum Probetraining überreden wollte. Bin irgendwann schwach geworden, und jetzt bin ich hier. Immerhin, Thomas , Chef und Trainer in der Box ist sehr nett, erklärt alles haarfein, korrigiert und korrigiert, bis es mal ganz sicher auch im letzten Muskel zieht – und lacht auch gar nicht über mich. Dem Rest der Truppe hatte ich mit wachsenden Bedenken bei einem Workout zugesehen, aber jetzt stecke ich drin und das wird jetzt durchgezogen, dafür bin ich Sportler genug, nur dummerweise mit ziemlichen Defiziten, wie ich gerade feststelle. Die nächsten Übungen mit einem Medizinball und einer Kettlebell, hübsch runde farbige Kugeln mit Griff (schwer die Dinger) machen Spaß, wer hätte das gedacht. Nachdem ich mich über die Runden gerettet habe, gibt’s einen Crossfit-Abklatsch und ein gutes Gefühl, was gemacht zu haben. So gut, dass ich beschließe, wieder zu kommen. Gottseidank ist der nächste Tag ein Sonntag. Ich weiß nicht, wie ich aus dem Bett kommen soll. Den ganzen Tag schleppe ich mich durch die Wohnung – so muss man sich nach einem Marathon fühlen, ich hab bis jetzt nur Halbmarathon geschafft und war der Annahme, leidlich trainiert zu sein.

Seither sind etwa zehn Wochen vergangen. Mittlerweile ist es so, dass ich mich unwohl fühle, wenn ich mal einen Tag zu Hause bleiben muss, Muskelkater spielt kaum noch eine Rolle, ich habe ein paar Kilos abgenommen, mein Oberkörper hat sich schon etwas verändert. Und hey! Ich laufe viel schneller als vorher! Die Truppe bei CrossFit reißt mich mit und lässt mich trainieren, wie ich es noch nie geschafft habe. Ich bin immer noch grottenschlecht im Vergleich, aber um Klassen fitter als jemals zuvor. Kurz gesagt, für mich ist CrossFit der Hammer, will nicht mehr damit aufhören.

Schließlich will ich endlich mal die Schubkarre einmal rund durch die Halle schaffen, am Seil hoch klettern, und saubere Klimmzüge, und… ach, jede Menge zu tun noch!